MRMCD 2026

Wie die ePA so die Wallet - Eine freundliche Einführung in unterkomplexe IT-Architekturen
2026-09-12 , Freiraum - C120
Language: Deutsch

Wie auf dem 39. Chaos Communication Congress (39C3) von Bianca Kastl dargelegt, gab es bereits im Dezember 2025 umfassende Parallelen zwischen der EU-DI-Wallet und der elektronischen Patientenakte (ePA). Dieser Trend hat sich im Laufe des Jahres 2026 fortgesetzt. Es wird gezeigt was die ePA und die EU-DI-Wallet mit Sproks gemeinsam haben. Was die politischen Fragen bei digitalen Identitäten sind, zum Abschluss gibt es ein paar Faktenchecks.


⚠️ Dieser Talk wird nicht gestreamt. ⚠️

Bei der Umsetzung öffentlicher digitaler Infrastrukturen wird bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben der technische Lösungsraum nicht vollständig ausgeschöpft.

Infrastrukturlösungen wie die ePA und die EU-DI-Wallet bilden die Grundlage für skalierbare Multi-Party-Multi-User Infrastrukturen.

In der politischen Debatte wird jedoch häufig die Komplexität der technischen Lösung mit der Komplexität der Nutzung gleichgesetzt.

Anstatt nach lege artis modulare Architekturen mit gestuften Sicherheitsprozessen aufzubauen, wird versucht, mit einer One-Size-Fits-All-Lösung zu arbeiten. Aus Edge-Cases resultieren gegenläufige technischen Anforderungen, bei dem Versuch diese in Einklang zu bringen, fallen Datenschutz und IT-Sicherheit als "nicht funktionale Features" hinten runter.

Auch Best Practices aus dem Bereich Security by UX, die sich beispielsweise durch die PSD2-Richtlinie beim kontaktlosen Bezahlen etabliert haben (etwa das Vorhalten des Handys, das Einstecken der Karte oder die PIN-Eingabe), bleiben unberücksichtigt. Das Ergebnis sind unterkomplexe Lösungen.

Für Nutzer:innen ergibt sich daraus zum einen, dass das User Experience (UX) und User Interface (UI) aufgrund des One-Size-Fits-All-Ansatzes hinter kommerziellen Lösungen die sie im Alltag erleben zurückbleiben. Die Tatsache, dass staatliche Großprojekte wie die ePA sich keine Sorgen um Kongress Ticket machen müssen – es gibt jedes Jahr einen kritischen Vortrag – schadet dem Vertrauen der Bevölkerung in die Lösungen und damit letztlich in die staatliche Handlungsfähigkeit.

Die obigen Thesen werden anhand der Fallbeispiele ePA und EU-DI-Wallet diskutiert.


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Gregor "Little Detritus" Bransky has been involved in public digital infrastructure policies for nearly a decade. Since 2021 he is a co-founder of the Innovationverbund Öffentliche Gesundheit e.V. (InÖG) and the acting board member for policy and press. The InÖG is a civic-tech project dedicated to building public digital infrastructures that empower the members of the societies they are build to serve.

He is an active member of the Open Regulatory Compliance WG at Eclipse Foundation, the ORBIT WG at OpenSSF and the Supply Chain Integrity, Transparency, and Trust (SCITT) WG at IETF.

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